Sanmina Gunzenhausen - Baugruppen

Sanmina Gunzenhausen – Spitzenelektronik für vielfältige Anwendungen & verwurzelt in Altmühlfranken

Sanmina ist in Gunzenhausen ein echtes Traditionsunternehmen. Bis zum Jahr 2002 hieß der Gunzenhäuser EMS-Dienstleister Alcatel. Der französische Konzern hatte 1987 den ursprünglichen Betrieb Standard Elektrik Lorenz – oder kurz SEL – übernommen. Doch auch wenn sich der Unternehmensname in den vergangenen 65 Jahren das ein oder andere Mal verändert hat – manche Dinge sind seit der Gründung des Unternehmens 1960 stetig gleichgeblieben: Technisches Know-how im höchsten Maß, eine ausgezeichnete Produktqualität und der Anspruch an sich selbst, etwas bewegen zu wollen. Die Wirtschaftsförderung des Landkreises durfte sich davon kürzlich selbst ein Bild machen.

„Den Firmenslogan ‘What we make, makes a difference.‘ haben wir schließlich nicht umsonst“, betont Werksleiter Werner Wiegner beim Besuch in Gunzenhausen schmunzelnd. „Wir wollen innovativ bleiben und ein Lösungsanbieter für unsere Kunden sein“, ergänzt der 60-Jährige, der die Geschicke des Standortes bereits seit vier Jahren lenkt. Und das ist auch notwendig, um im nationalen und internationalen Wettbewerb weiterhin bestehen zu können. Dabei hilft es dem Gunzenhäuser Unternehmen enorm, dass man nicht nur beim eigenen Produktportfolio, sondern auch bei den Branchen, die man beliefert, breit aufgestellt ist, verrät der Werksleiter. Denn als Auftragsfertiger für Elektronik sind die Anforderungen, die an die produzierten Bauteile von Sanmina gestellt werden, genauso vielfältig wie die Kunden und Endanwendungen der Produkte.

Sanmina Gunzenhausen - Produkte

In Gunzenhausen werden elektronische Baugruppen (PCBA), komplexe Systeme sowie komplette elektronische Produkte im Auftrag gefertigt — von der Prototypenphase über Kleinserien bis zur großen Serienproduktion. Das Angebot deckt verschiedenste Branchen ab: Industrieelektronik, Kommunikationstechnik, Energie- oder Server-Technik, Automobil-Elektronik oder Luft- und Raumfahrt – zu den Endkunden gehören hier etwa Firmen wie Airbus oder Boeing, für die Elektronik für Türen und Cockpit hergestellt wird. „Am besten, wir schauen uns das Ganze mal vor Ort in der Produktion an“, schlägt Werner Wiegner vor.

Höchste Präzision in der Produktion

Als wir die große Produktionshalle betreten, eröffnet sich ein klar strukturierter, aber weitläufiger Fertigungsbereich mit hochautomatisierten Produktionslinien. „Willkommen im Herzen von Sanmina“, nimmt uns Wirtschaftsingenieur Moritz Stark in Empfang. Das leise Surren der Bestückungsautomaten begleitet uns, als wir durch die ersten Reihen der Produktion laufen. Wir machen vor einer der großen Maschinen Halt. „Das ist im Prinzip unser Ausgangsprodukt“, erklärt Moritz Stark, während er eine grüne Leiterplatte aus einem sogenannten Drybag zieht. Diese Platten aus speziellen Kunststoffen, die mit feinsten Leiterbahnen versehen sind, bilden die Basis der späteren Hightech-Produkte. Bis zu 60 Layer können sich dabei in einer einzigen Leiterplatte befinden, was bei einer Breite von nur rund einem Zentimeter höchste Präzision erfordert. Jede einzelne Bahn ist dabei so angeordnet, dass elektrische Verbindungen und Trennungen exakt dort entstehen, wo sie benötigt werden. Um die Platten vor möglicher Feuchtigkeit zu schützen, werden diese bis zur Verarbeitung in den Drybags gelagert.

Sanmina Gunzenhausen - Produktionslinie

Einige Meter weiter widmen wir uns dann zum ersten Mal einer der zahlreichen Anlagen. „Das ist eine unserer Bestückungsmaschinen“, erklärt Moritz Stark. Diese sorgt dafür, dass die elektronischen Komponenten bei hoher Geschwindigkeit millimetergenau auf den Leiterplatten platziert werden. „Die Bestückung der Leiterplatten erfolgt dabei nach der Größe der Bauteile – von klein nach groß“, berichtet Moritz Stark, während er die einzelnen Arbeitsschritte der Maschine erklärt.

„Hier werden keine standardisierten Massenprodukte gefertigt, sondern kundenspezifische elektronische Baugruppen. Das ist eine Herausforderung – aber das reizt mich auch!“, verrät Moritz Stark. Der 26-Jährige arbeitet seit 2020 bei Sanmina und ist dort vor allem als Projektmanager für einen Großkunden zuständig. „Übrigens – jedes einzelne dieser Bauteile ist später nachverfolgbar und zuordenbar. Das ist elementar, beispielsweise für den Fall von Rückrufen oder Reklamationen.“

Sanmina Gunzenhausen - Elektronikhersteller

Fundierte Ausbildung und individuelle Entwicklungsmöglichkeiten

Mittlerweile ist auch Patrick Tiefel, seinerseits HR-Generalist bei Sanmina, zur Gruppe gestoßen. „Da gebe ich Moritz recht, die Fertigung solch hochkomplexer Teile ist eine Herausforderung. Umso wertvoller ist es, dass wir uns immer auf unsere qualifizierten Mitarbeiter verlassen können.“ Der 34-Jährige ist seit 2023 bei Sanmina tätig. Er startete zunächst im Bereich Customer Service, brachte jedoch bereits früh den Wunsch mit, sich in Richtung Human Resources weiterzuentwickeln. „Individuelle Entwicklungsmöglichkeiten werden bei Sanmina aktiv gefördert“, bestätigt Tiefel. „Ich habe das selbst erfahren und möchte in unserem HR-Team daran arbeiten, so etwas auch für Kolleginnen und Kollegen möglich zu machen.“ Der Werdegang des ausgebildeten Bürokaufmanns steht exemplarisch für den hohen Stellenwert, den Personalentwicklung bei Sanmina einnimmt – unabhängig davon, ob Mitarbeitende extern ins Unternehmen kommen oder ihre Laufbahn hier beginnen. Aktuell bildet das Unternehmen sowohl kaufmännische als auch technische Auszubildende aus. Auch in Zukunft setzt man gezielt auf motivierte Nachwuchskräfte. Doch egal ob „hauseigene“ oder externe Fachkraft: Sanmina bietet seinen Mitarbeitern ein attraktives Arbeitsumfeld mit vielfältigen Perspektiven. Einer der großen Vorteile in der Sanmina Corporation besteht darin, dass neue Mitarbeiter teilweise auch intern an anderen internationalen Standorten geschult und trainiert werden können. Das stärkt nicht nur die Zusammengehörigkeit in der Corporation, sondern ist auch ein Vorteil bei der Ausbildung der Fachkräfte. „Erst kürzlich konnten wir einer Kollegin ermöglichen, für eine gewisse Zeit am Standort in Irland zu arbeiten. Sie empfand die internationale Einsatzmöglichkeit als große Bereicherung und zusätzlichen Anreiz“, berichtet Patrick Tiefel, während wir unseren Rundgang fortsetzen. „Wir sind froh, dass wir ihr das ermöglichen konnten.

Sanmina Gunzenhausen - Mitarbeiter

So groß wie eine Visitenkarte – oder wie ein ausgeklappter Laptop

Mittlerweile haben wir den nächsten Produktionsabschnitt erreicht. Hier werden die bestückten Leiterplatten nun gelötet. Der Prozess ist dabei genau auf die jeweiligen Teile abgestimmt. In den großen Lotöfen durchlaufen die Bauteile verschiedene Phasen des Lötens – mit unterschiedlichen Peak-Temperaturen und Abkühlzeiten. Auch die Größe der Bauteile ist entscheidend, größere Teile benötigen höhere Temperaturen oder längeres Löten. Dabei sind es auch die Dimensionen der Komponenten, die kaum unterschiedlicher sein könnten. „Hier in Gunzenhausen entstehen Leiterplatten, die gerade einmal so groß sind, wie ein Viertel einer Visitenkarte – ebenso wie Leiterplatten, mit etwa der Fläche eines ausgeklappten Laptops“, wirft Werksleiter Werner Wiegner ein. Bei den größeren Bauteilen erfolgt ein kleiner Teil der Endmontage bis heute händisch, erklärt Moritz Stark, während wir an einem entsprechenden Arbeitsplatz vorbeikommen. „Da braucht man schon eine ruhige Hand, ich könnte das nicht“, scherzt der Wirtschaftsingenieur und erntet zustimmende Blicke von Werner Wiegner. Teilweise werden bei Sanmina sogar komplette Produkte gefertigt. Dazu zählen etwa Wallboxen, die als komplexe Systeme inklusive Kunststoffgehäuse hergestellt werden und den Standort als vollständig montierte Einheiten verlassen. „Einige von diesen Wallboxen haben wir auch gleich für unsere Mitarbeiter auf unserem Parkplatz installiert“, weiß  HR-Generalist Patrick Tiefel.

Sanmina Gunzenhausen - Wallbox

Umfangreiche Auftragsprojekte und innovative Designentwicklung

In erster Linie versteht man sich in Gunzenhausen jedoch als Auftragsfertiger. Welche Größenordnung einzelne Projekte dabei annehmen können, zeigt ein Blick in die jüngere Vergangenheit des Unternehmens. Bis vor Kurzem produzierte man am Standort die komplette Elektronik für Batteriesteuerungen von Rasenmäherrobotern. „Wenn irgendwo einer herumgefahren ist, konnte man sich fast sicher sein, dass die Elektronik aus Gunzenhausen stammt“, so Werner Wiegner. „Diese Steuerung haben wir hier wirklich millionenfach produziert.“ Bei unserem Rundgang ist davon in der Produktion jedoch nichts mehr zu sehen. „Das Projekt war eine klassische Auftragsfertigung und ist inzwischen ausgelaufen, deshalb ist auch die zugehörige Produktionslinie bereits abgebaut“, so der Werksleiter weiter. Intern ist man trotz dessen sehr stolz auf das Projekt. Es gilt bis heute als Paradebeispiel für die Leistungsfähigkeit des Standorts.

Ein weiterer zentraler Baustein des Erfolgs ist die sogenannte Designentwicklung. Darunter versteht Sanmina die eigene Entwicklungsleistung für Kunden. Am liebsten ist es dem Unternehmen dabei, wenn die Kunden bereits in einer sehr frühen Phase mit einer Idee oder groben Plänen nach Gunzenhausen kommen und sich vom Unternehmen ein Produkt komplett neu konzipieren lassen. „Dann können alle Produktionsschritte von Beginn an geplant und aufeinander abgestimmt werden“, erklärt Moritz Stark. In Fällen, in denen Kunden bereits mit einem bestehenden Bauteil zu Sanmina kommen, ist die Lösungsfindung teilweise etwas komplizierter. Die Herausforderung liegt dann etwa darin, dass elementare Bauteile der bestehenden Produkte ungünstig angeordnet sind und so die Gefahr von Kurzschlüssen oder Defekten erhöht ist. Aber auch in solchen Fällen können sich Kunden auf die langjährige Expertise von Sanmina verlassen. „Egal ob Neuentwicklung oder Optimierung – unsere Designentwicklung, leistet einen sehr wichtigen Innovationsbeitrag, weil dadurch neue Lösungen entstehen und aktuelle Problemstellungen gezielt aufgegriffen werden“, stellt Werksleiter Werner Wiegner klar.

Sanmina Gunzenhausen - Mikroskop

Zukunftsinvestitionen fest eingeplant

Der Blick in die Zukunft beschränkt sich bei Sanmina dabei nicht nur auf den technischen Bereich – auch in Sachen Zukunftsinvestitionen ist das Unternehmen langfristig gut aufgestellt. Aktuell sind in Gunzenhausen rund 270 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt – und das soll auch so bleiben. Entsprechend wird auch kontinuierlich in Gebäude, Infrastruktur und Produktionsanlagen investiert. „Hier sieht man gut, wie wir die Zukunft des Standortes gestalten“, sagt Werner Wiegner mit Blick auf die Kühlanlage in der Produktion. Diese wurde 2025 vollständig erneuert, um dauerhaft gleichbleibende Temperaturen sicherzustellen.

Ein besonderer Fokus liegt bei den Investitionen auf Themen wie Nachhaltigkeit und Energieeffizienz. Bereits seit rund zwei Jahren laufen verschiedene Transformationsprojekte am Standort, wie etwa die Sanierung der Heizungsanlage oder die Nutzung von Abwärme. Über die Installation einer großflächigen Photovoltaikanlage wird derzeit diskutiert. Im Rahmen des unternehmensweiten Commitments bis 2027 fließen mindestens 20 Millionen Euro in den mittelfränkischen Standort in der Europäischen Metropolregion Nürnberg. „Gunzenhausen ist für uns strategisch wichtig – heute und morgen“, betont Wiegner, während im Hintergrund die Fertigung weiterläuft. Mit frei werdenden Büro- und Produktionsflächen eröffnen sich zudem auch neue Chancen für Kunden, Projekte und Wachstum. 

Sanmina Gunzenhausen - Lüftungsanlage

Ein Teil der Zukunftspläne ist auch die Zusammenarbeit mit einem wichtigen regionalen Player aus Altmühlfranken, dem Technologietransferzentrum am kunststoffcampus bayern in Weißenburg. Hier wurden bereits erste Schritte zum Thema Labornutzung oder Testdurchführung angegangen. Perspektivisch möchte man bei Sanmina sogar ein eigenes Elektroniklabor einrichten – und steht hierfür im engen Austausch mit dem kunststoffcampus. Aber auch eine Zusammenarbeit mit anderen regionalen Firmen, etwa aus dem Kunststoffbereich, ist angedacht. Themen wie Kunststoffgehäuse für Wallboxen oder Optimierung und Recycling von Folienabfällen werden hier diskutiert. „Wir sind auf jeden Fall offen für solche Projekte“, bestätigt Werner Wiegner, während wir wieder am Ausgangspunkt unseres Rundgangs durch die Produktion ankommen.

„Ich hoffe ihr habt einen Einblick bekommen für was Sanmina steht“, sagt Moritz Stark, während wir die Produktion wieder verlassen. Und wir können nur entgegnen: Ja – das haben wir. Bei Sanmina greifen Präzision, Innovation, individuelle Entwicklungsmöglichkeiten und gezielte Zukunftsinvestitionen ineinander.

Veröffentlicht im April 2026.