Ein neues Werk: Warum jetzt? Und warum in Altmühlfranken?
„Durch die räumliche Nähe zu den OEMs und Tier-1-Kunden haben wir einen strategischen und logistischen Vorteil“, fasst Christopher Babel, CEO der KTX Gruppe, die Situation zusammen. „Auch das war ein Grund, warum wir uns kürzlich für eine solch große Investition hier am Standort Weißenburg entschieden haben. Doch es gibt noch eine ganze Reihe an weiteren Argumenten.“ Ein Hauptaspekt ist dabei, dass die Nachfrage nach unseren Kompetenzen, Produkten und unserer Qualität – auch und insbesondere im Automotive-Bereich – stabil ist und mit neuen Anwendungsbereichen sogar wächst. Dabei kommt KTX zugute, dass man nicht so stark wie viele andere Automobil-Zulieferer vom Verbrenner-Motor abhängig ist. Im Gegenteil. Durch neue Entwicklungen, wie etwa den „Frunk“ – sozusagen ein „vorderer Kofferraum“ – der im E-Auto anstelle des Motors unter der Haube verbaut ist – ergeben sich sogar zusätzliche Geschäftsfelder. Hier ist KTX bereits aktiv und beliefert mehrere Großprojekte.
- Oktober 1997
Gründung der KTW Kunststofftechnik Weißenburg. - 2006
Zusammenschluss mit JK Industrielackierungen.
Dadurch konnten Kunststofffertigung und Lackierung aus einer Hand angeboten werden. - Mai 2014
Verkauf von KTW und JK an den japanischen Automobilzulieferer Nifco Inc. - Januar 2015
Umfirmierung zur NIFCO KTW GmbH und Zusammenführung der Gesellschaften unter dem neuen Eigentümer. - 2019
Umbenennung in NIFCO Germany GmbH. - April 2024
Übernahmen von Nifco Germany durch den neuen Gesellschafter Aequita, anschließend Umfirmierung in KTX GmbH.
Darüber hinaus spielt die langfristige Perspektive eine entscheidende Rolle. Im Sommer 2024 wurde auch in Gesprächen mit großen Kunden deutlich, dass der Bedarf an großformatigen Spritzgussbauteilen weiter steigen wird. Gleichzeitig kommunizierte KTX klar den Anspruch, auch künftig mutig investieren und nachhaltig wachsen zu wollen. Für den Standort Weißenburg bot sich damit eine ideale Ausgangslage: Obwohl das bestehende Werk bereits nahezu vollständig ausgelastet war, bestand aufgrund der hohen Kundenzufriedenheit mit Qualität, Know-how und Lieferstabilität die Möglichkeit, zusätzliche Aufträge zu gewinnen. Gerade in diesen anspruchsvollen Zeiten in der Automobilindustrie sind das neben wettbewerbsfähigen Preisen zunehmend und langfristig die wesentlichen Erfolgskriterien. Um die langfristig gesicherte Nachfrage bedienen zu können, fiel deshalb Ende 2024 die Entscheidung, mit dem Neubau die Produktionskapazitäten gezielt auszubauen.
„Und nicht zuletzt war auch unser herausragendes Team hier in Weißenburg ein entscheidender Faktor“, so Christopher Babel weiter. Eine eingespielte und hochqualifizierte Mannschaft – von der Entwicklung über die Produktion, den eigenen Automatisierungskompetenzen, bis hin zur Logistik – prägt den langfristigen Erfolg von KTX in Altmühlfranken maßgeblich mit. Die daraus resultierende Kompetenz und Stabilität haben das Vertrauen der Kunden über viele Jahre hinweg wachsen lassen und bilden die Grundlage für langfristige Partnerschaften. Gerade in Zeiten, in denen Verlässlichkeit für OEMs und Tier-1-Kunden zunehmend an Bedeutung gewinnt, erweist sich das als entscheidender Wettbewerbsvorteil für den Standort Weißenburg. „Wer Zukunft gestalten will, darf nicht nur verwalten, sondern muss gezielt investieren und Verantwortung übernehmen“, fasst Christopher Babel die Entscheidung zusammen. „Auch wenn wir mit so einer Investition in unserer Branche derzeit fast ein Alleinstellungsmerkmal aufweisen - wir sind absolut überzeugt davon!“
Neue Konzernzentrale auf 22.000 Quadratmetern
Seit Mitte 2025, nach einer nur etwa sechsmonatigen Planungsphase, entsteht deshalb im Industriegebiet an der Richard-Stücklen-Straße in Weißenburg das neue Werk. Und dieses geht über eine bloße „Fabrikhalle“ weit hinaus. Auf einem Gelände von insgesamt 30.000 Quadratmetern – 22.000 davon sind reine Werksfläche – wächst eine „industrielle Plattform für die nächsten Automobilgenerationen“, die von der Produktion über das Lager und die Logistik bis hin zur Verwaltung alle Firmenbereiche abdeckt. Der Neubau fungiert dabei im Übrigen nicht nur als Headquarter für Weißenburg, sondern als Konzernzentrale für die gesamte KTX-Gruppe.
Im neuen Werk, in dem der Fokus erneut – wie bislang bereits in Weißenburg – auf großen Kunststoff-Bauteilen liegt, soll der Betrieb im vierten Quartal 2026 starten. Die organisatorischen Voraussetzungen hierfür werden bereits im Vorfeld geschaffen. So findet die Installation neu erworbener Großmaschinen sowie der Umzug von ausgewählten Bestandsmaschinen aus dem „alten“ Weißenburger Werk bereits in den Vormonaten statt.
Das Werk am ursprünglichen Standort in Weißenburg bleibt auch zukünftig zum Teil bestehen – hier soll der Fokus jedoch im Gegensatz zum Neubau auf kleinere Kunststoffteile und das Thema Lackierung der Teile gelegt werden, in welchem KTX ebenfalls über tiefgreifende Kompetenzen verfügt. Für die neue Konzernzentrale in Altmühlfranken investiert das Unternehmen einen hohen zweistelligen Millionenbetrag. Das Projekt wurde dabei zu großen Teilen in Eigenregie umgesetzt. In gewissen Sektoren war man natürlich auf wichtige Partner, wie etwa die Große Kreisstadt Weißenburg, angewiesen. Auch durch die zügige Umsetzung von Genehmigungsverfahren konnte der ambitionierte Zeitplan eingehalten und ein schneller Baustart ermöglicht werden.
„Dieses Projekt steht für Mittelstand pur: Mut, unternehmerischer Geist und die Bereitschaft, gerade in der aktuellen wirtschaftlichen Situation in Deutschland konsequent in die Zukunft zu investieren. Dass wir gemeinsam mit unseren Partnern innerhalb von nur eineinhalb Jahren – von der Planung bis zur Fertigstellung – praktisch ein komplettes Werk aus dem Boden gestanzt haben, ist eine außergewöhnliche Leistung, auf die wir alle stolz sein können“, betont auch Christine Kaufmann, die bei KTX als Vice President Procurement die Planung und Koordination der Partner mit gesteuert hat.
Fokus auf Innovation und kontinuierliche Optimierung – in allen Bereichen
Neben all den begünstigenden Faktoren, welche die kontinuierlich positive Entwicklung bei KTX und damit auch den Neubau des Werkes in Weißenburg möglich gemacht haben, spielt ein Leitmotiv eine ganz besondere Rolle: Der Fokus auf Innovation und ständige Optimierung in allen Bereichen und Prozessen. Doch was macht KTX beim Thema so stark? Dazu trägt eine ganze Reihe an unterschiedlichen Faktoren bei: Da wäre zunächst das eigene Projekt- und Entwicklungsteam direkt am Standort in Weißenburg. Durch den direkten Kontakt zu Kunden und deren Anforderungen sind die Experten von KTX stets darüber im Bilde, wo Bedarfe entstehen und wie man mit neuen Produktideen am Markt erfolgreich sein kann.
Auch die kontinuierliche Suche nach neuen Technologien und deren optimaler Einsatz zeichnet das Team in Weißenburg aus. Dazu kommt, dass man bei KTX nicht nur das aktuelle Tagesgeschäft im Auge hat. Natürlich bleibt man bei Basisthemen wie etwa großen Spritzgussteilen immer „up-to-date“. Darüber hinaus versucht man den Fokus aber zukünftig auch mehr auf andere Anwendungsfelder zu legen. Der Innovationsgedanke beschränkt sich zudem nicht nur auf die Entwicklung neuer Produkte, sondern umfasst auch das Material, mit dem gearbeitet wird. Ein Fokus liegt dabei immer auf dem Thema Nachhaltigkeit, verschiedenste Teile werden etwa mit eingekauften, recycelten Ausgangsmaterialien produziert.
Dabei soll auch die Zusammenarbeit mit Partnern aus der Wissenschaft und Forschung eine wesentliche Rolle spielen – mit dem kunststoffcampus bayern in Weißenburg hat man vor Ort einen Partner mit viel Kompetenz an der Seite – über zukünftige, gemeinsame Projekte wurde bereits gesprochen. Aber auch der Einsatz neuer Technologien oder Entwicklungen beim Maschinenbau – die für eine höhere Effizienz sorgen – fließen in den Innovationsgedanken von KTX mit ein. „Generell denken wir Innovation nicht nur in einem, sondern in vielen Bereichen – ob in der klassischen Produktentwicklung, bei der Automatisierung, der Digitalisierung oder im KI-Einsatz“, verrät auch Thomas Freundorfer, der als technischer Geschäftsführer den Standort Weißenburg und Serbien verantwortet. „All das hilft uns, unsere Wettbewerbsfähigkeit zu steigern.“
Immense Inhouse-Kompetenz und ein hochqualifiziertes Team
Wettbewerbsfähig ist KTX zudem auch dank zweier weiterer Vorteile. „Zunächst wäre da unsere vielfältige Inhouse-Kompetenz zu nennen“, verrät Geschäftsführer Christopher Babel. Von der Entwicklung mit einem erfahrenen Team, über die Serienherstellung von kleinen und sehr großen Spritzgusselementen, das Ersatzteilgeschäft, aber auch im Bereich Dekor-Elemente oder bei speziellen Lackierungen – man kann dem Kunden in allen Bereichen des Produktspektrums Lösungen anbieten. „Die Kunden schätzen stabile Zulieferer, die international tätig sind und in ihrer Kompetenz über ein breites Produktspektrum und Produktionskapazitäten verfügen“, so der Geschäftsführer.
„Aber ohne einen ganz wichtigen Teil wäre das alles so nicht umsetzbar – unser grandioses Team in der KTX Gruppe und am Standort Weißenburg. Allein in Weißenburg beschäftigt KTX über 300 Mitarbeiter, weltweit in der Firmengruppe sind es über 1.000 Beschäftigte. Denn die Mitarbeiter von KTX überzeugen nicht nur durch ihre fachliche Expertise, sondern stemmen auch viele weitere Aufgaben – typisch Mittelstand oftmals abteilungsübergreifend und immer mit dem Ziel, das Unternehmen als Ganzes schnell und kontinuierlich immer weiter voranzubringen. So werden Automatisierungskonzepte und deren Umsetzung, ERP-Implementierung, aber auch die Planung des neuen Werks sowie die Verlagerung und der Aufbau von Maschinen überwiegend vom bestehenden KTX-Team übernommen.
Großprojekte dieser Art halten auch für Mitarbeiter neue Herausforderungen bereit. „Neben dem normalen Arbeitsalltag war es schon sehr spannend, Anlieferung, Lager, Materialflüsse und vieles mehr im neuen Werk von Grund auf mitzuplanen“, berichtet Michael Fackelmeier, der bei KTX den Logistik-Bereich leitet. „Man hat die Möglichkeit über den eigenen Tellerrand hinaus zu schauen und entwickelt sich dadurch weiter.“ Auf dieses Engagement ist man bei KTX sehr stolz. „Unsere Mitarbeiter bringen neue Ideen mit ein, verbessern interne Abläufe und tragen somit dazu bei, dass wir uns in allen Bereichen weiterentwickeln“, betont Geschäftsführer Christopher Babel.
Infrastruktur für die Zukunft geschaffen
Von den neu geschaffenen Kapazitäten in Weißenburg profitiert natürlich nicht nur das Unternehmen selbst, sondern auch die Belegschaft. Die Großinvestition am Standort bietet den Mitarbeitern eine echte Sicherheit. Arbeitsplätze bleiben so langfristig erhalten, durch Automatisierung und moderne Anlagen wird man effizienter und wettbewerbsfähiger. So entstehen mittelfristig auch neue Bedarfe, welche wiederum neue Arbeitsplätze generieren können – etwa als Programmierer, Anlagen- und Maschinenführer oder Elektroniker. Langfristig wird somit zwar eine gewisse Veränderung von Tätigkeiten und Jobs stattfinden, jedoch ist man bei KTX sehr zuversichtlich, diese durch interne Umverteilung, Weiterbildung und vor allem eigene Berufsausbildung bestens abfedern zu können.
Besonders das Thema Ausbildung liegt KTX dabei am Herzen. Die Bandbreite an Berufen – von Logistik, über Büro und IT bis hin zum Kunststoff- und Kautschuktechnologen – ist dabei groß. Beim Weißenburger Unternehmen hat man mit der eigenen Ausbildung bereits in der Vergangenheit sehr gute Erfahrungen gemacht. „Wir legen Wert darauf, dass wir unsere Azubis nicht einfach nur fachlich ausbilden, sondern sie und ihre Ideen auch ernst nehmen. Sie sollen sich bei uns wohlfühlen“, fasst Geschäftsführer Thomas Freundorfer zusammen. „Bislang hat das gut geklappt. Mit dem neuen Werk erhoffen wir uns auch, dass wir ein Umfeld geschaffen haben, das junge Menschen begeistert – durch einen sicheren Arbeitsplatz, gute Verdienstmöglichkeiten und moderne Arbeitsbedingungen auch im neuen Werk – und sie motiviert, sich langfristig bei KTX weiterzuentwickeln“, so der Geschäftsführer. „Wir schaffen so die Bedingungen, für die Zukunft in Altmühlfranken.“
Veröffentlicht im September 2026.