Ein Römer blickt auf das Kastell in Weißenburg.

Ökumenischer Pilgerwanderweg | Heidenheim - Eichstätt

Auf den Spuren der christlichen Missionare Willibald, Wunibald, Walburga und Sola.

Im 8. Jahrhundert festigten fünf Glaubensboten aus Südengland im Auftrag des Missionsbischofs Bonifatius das Christentum in der Region. St. Willibald wurde im Jahr 741 erster Bischof von Eichstätt, sein Bruder Wunibald übernahm 751 das Amt des Abtes in Heidenheim, bevor ihre Schwester Walburga dort ab 761 als Äbtissin wirkte. Ebenfalls um 750 kam Sola ins Altmühltal, übernahm in Solnhofen eine Kirche und gründete ein Kloster. In dieser Zeit wirkte vermutlich auch die Glaubensbotin Gunthildis in der Region.

Der rund 52 Kilometer lange Pilgerwanderweg folgt den Spuren dieser Missionare und verbindet die kirchlichen Zentren Eichstätt im Altmühltal mit Heidenheim am Hahnenkamm. Die Strecke führt durch abwechslungsreiche Landschaften mit lieblichen Tälern, schattigen Wäldern und eindrucksvollen Ausblicken.

Die Orte und Kirchen entlang des Weges blicken auf eine jahrhundertelange Geschichte zurück. Obwohl sich die Wege der Christen seit der Reformation trennten, erinnert der Pilgerwanderweg an die gemeinsamen Wurzeln der Konfessionen. So soll der Weg nach dem Wunsch seiner Initiatoren nicht nur Menschen miteinander verbinden, sondern auch ein Zeichen für gemeinsames Unterwegssein und ökumenisches Miteinander setzen.

Etappen

Alle Etappen auf dem Ökumenischen Pilgerwanderweg sind in beide Richtungen beschildert.

Heidenheim nach Markt Berolzheim | 10 Kilometer

Der Weg startet in Heidenheim am Kloster mit seinem imposanten Münster aus dem 11. Jahrhundert. Dort befindet sich das Grab des Klostergründers und ersten Abtes St. Wunibald (+760). Von Heidenheim führt der Weg zunächst auf einem Trampelpfad hinauf zur westlichen Hangkante des Hahnenkamms und weiter über die Hochfläche des Dürrenbergs (656 m), wo das ehemalige Panzerübungsgelände durchquert wird. Anschließend verläuft die Strecke über die „Steinerne Rinne“ nach Wolfsbonn und weiter über Oberweiler. Vorbei an dem 2022 errichteten „Flurkreuz“ geht es auf einer ansteigenden Forststraße durch abwechslungsreichen Mischwald. Schließlich führt der Weg ostwärts über eine Magerwiese mit alten Obstbäumen zu den „Sieben Linden“.

Markt Berolzheim nach Schambach | 13 Kilometer

Der Weg startet bei den „Sieben Linden“ im Naturschutzgebiet Buchleiten und führt zunächst auf einem schattigen Pfad durch den verjüngten Mischwald des Berolzheimer Waldes. Über den Falbentaler Weg wird Wettelsheim erreicht, wo der Weg durch den Ort und vorbei an der alten Pfarrkirche St. Martin mit dem angrenzenden Friedhof verläuft. Anschließend geht es westwärts zum Wettelsheimer Keller und weiter über den Treuchtlinger Ortsteil Gstadt zur Altmühl. Nach der Flussquerung führt der Weg leicht ansteigend zur Kriegsgräberstätte, auf der über 2000 Opfer des Zweiten Weltkriegs bestattet wurden. Vorbei an den Resten einer „Villa Rustica“, eines ehemaligen römischen Gutshofes, wird der Nagelberg auf mittlerer Höhe halb umrundet. Durch das Schambachried verläuft die Strecke schließlich zurück zur Willibaldskirche, wobei zuvor noch die B2 unterquert wird.

Schambach nach Bieswang | 14 Kilometer

Der Weg startet in Schambach und führt zunächst etwa drei Kilometer am Berghang entlang durch das Tal in Richtung Suffersheim. Weiter geht es durch das idyllische Rudertstal und das Schambachtal bis nach Suffersheim. Dort befindet sich die St.-Michaelskirche, die bis ins 17. Jahrhundert als Grablege der angelsächsischen Glaubensbotin St. Gunthildis aus dem 8. Jahrhundert diente. Im Mittelalter wurde sie als Patronin der Dienstboten und des Viehs verehrt. Westlich des Ortes wird nach etwa einem Kilometer die neu errichtete ökumenische St.-Gunthildiskapelle erreicht, das sogenannte „Schneckenhaus Gottes“. Daneben sind noch die Fundamente der ehemaligen Wallfahrtsanlage sichtbar, deren Ursprünge bis ins 11. Jahrhundert zurückreichen. Anschließend führt der Weg weiter durch den Forst zum historischen Treffpunkt der angelsächsischen Missionare „Sezzi“.

Bieswang nach Eichstätt | 15 Kilometer

Die Etappe führt vom Grenzpunkt Sezzi Locum entlang des ehemaligen bischöflichen Forstes und teilweise auf einer alten Römerstraße nach Schernfeld. Oberhalb des Altmühltales verläuft der Weg weiter in Richtung Eichstätt und bietet unterwegs eindrucksvolle Ausblicke auf die Altmühlstadt und die Willibaldsburg. Über Wintershof wird schließlich Eichstätt erreicht. Dort führt die Strecke zunächst zum Kloster St. Walburga mit dem Grab der heiligen Walburga und anschließend zum Eichstätter Dom, in dem sich das Grab des ersten Eichstätter Bischofs St. Willibald (741–787) befindet.

Schleife / Zubringer St. Sola

Ausgehend von der „Sola Basilika“ mit ihren romanischen Überresten aus dem 9. Jahrh. und dem Grab des angelsächsischen Missionars St. Sola überquert der Weg die Bahnlinie und die Altmühl – es lohnt sich noch der Besuch der neuromanischen kath. Kirche St. Sola – wenige Schritte vom direkten Weg entfernt. Anschließend geht es nordwärts bergan durch den Forst nach Bieswang. Kurz vor dem Ort lohnt sich ein kurzer Abstecher zu einem ehemaligen Steinbruch und ein Besuch der Ortskirche St. Martin. Nach einem Kilometer ostwärts erreicht man den Treffpunkt Sezzi.

Pappenheim nach Bieswang und zurück.

Ergänzend zum Pilgerweg wird noch die Schleife nach Pappenheim angeboten.

Vom Pappenheimer Bahnhof führt der Weg an der „Weidenkirche“ vorbei, über den Volksfestplatz und über die Altmühl, dann bergan parallel mit dem Altmühlpanoramaweg zu einem Traumpfad, der oberhalb vom Ort Zimmern läuft zum Aussichtspunkt „Hollerstein“. Weiter durch den Grafenwald geht es nach Bieswang. Ein Besuch der St. Martinskirche lohnt sich bevor es zum historischen Treffpunkt Sezzi geht. Zurück führt der Weg über den gräflichen Mittelmarterhof nach Pappenheim. Kurz nach dem Ortseingang steht eine der ältesten Kirchen Süddeutschlands, die St. Galluskirche. Die Stadt der „Pappenheimer“ bietet noch allerhand Sehenswertes z.B. das alte und neue Schloss, sowie die evang. -und die kath. Stadtkirche, nicht zu vergessen das Wahrzeichen der Stadt, die Reste der imposanten Grafenburg.

Beide Wege können auch als Teilstrecken für die Etappen St. Willibald nach Eichstätt und St. Gunthildis nach Schambach (Treuchtlingen) gepilgert werden.

Treffpunkt Sezzi

Der historische Treffpunkt der angelsächsischen Missionare Willibald, Wunibald und Sola wurde im Jahr 2016 feierlich eingeweiht. Halbkreisförmig angeordnete, grob behauene Jurablöcke symbolisieren die drei Glaubensboten und bilden zugleich einen würdigen Rahmen für das Kreuz in ihrer Mitte. Als möglicher Standort dieses historischen Zusammentreffens gilt der Kreuzungspunkt einer vorrömischen Erzstraße bei Bieswang.