Römer & Limes in altmühlfranken
Touristisches Entwicklungskonzept als Diskussionsgrundlage
„Die Urzelle der geschichtlichen Welt ist das Erlebnis.“

Unter dieses Zitat des deutschen Philosophen Wilhelm Dilthey stellt die Region altmühlfranken ihr neues touristisches Entwicklungskonzept „Römer und Limes in altmühlfranken“ – und erstellt damit als erste Region in Bayern einen Umsetzungsplan für touristische Vorhaben zu diesem Thema. Als Diskussionspapier regt das Konzept alle touristischen Partner dazu an, ihre eigenen Vorstellungen und Ideen mit einzubringen.
Erstmals legt der Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen ein „Touristisches Entwicklungskonzept Römer und Limes in altmühlfranken“ vor, über das künftig die touristischen Investitionsvorhaben in gleicher Weise vorbereitet, gebündelt und in eine Umsetzung geführt werden sollen, wie auch die Entwicklung von Produkten oder buchbaren Angeboten. Damit stellt sich altmühlfranken als erste Region in Bayern und Weißenburg-Gunzenhausen als erster Landkreis in Deutschland auf, wo die überregionalen Vorgaben - aus den Entwicklungsplänen der Deutschen Limes Kommission oder des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege – zum Anlass für eine eigene strategische Umsetzungsplanung genommen werden, stellte Robert Westphal als Landrats-Stellvertreter in Weißenburg i.Bay. fest.
Das „Touristische Entwicklungskonzept“ ist ganz bewusst zunächst als ein Diskussionspapier angelegt, das nunmehr den zahlreichen engagiert arbeitenden Kulturinitiativen, den Kommunen, den Fraktionen im Kreistag, den beiden Tourismus-Destinationen „Fränkisches Seenland“ und „Naturpark Altmühltal“, der Kreisheimatpflegerin und touristischen Vereinen vorgelegt wird, damit auch diese sich mit den darin enthaltenen Ideen und Anregungen auseinandersetzen, selbst eigene Vorstellungen entwickeln und einbringen oder auch weiteren Akteuren vor Ort diese Ansätze übermitteln können.

Kulturaustausch als Schwerpunkt
Mit diesem Entwicklungskonzept möchte die Region altmühlfranken ihr Potenzial aus dem Erbe der römischen Epoche stärker zur eigenständigen Profilierung nutzen. Dabei sollen die touristisch erlebbaren Aspekte vor allem um die zivilen Alltagserlebnisse jener Zeit ergänzt werden. Da andere Regionen eher die militärisch bedeutsamen Funde und deren Geschichte in das öffentliche Bewusstsein heben, sieht altmühlfranken in den Handelsbeziehungen und im Kulturaustausch an dieser Außengrenze des römischen Imperiums Grenze bemerkenswerte Inhalte, die bislang weniger die ihnen gebührende Beachtung gefunden haben.
Daher wird gerade hier ein besonders attraktives Potenzial für eine Positionierung gesehen. Und dieses Thema ist nicht nur für das touristische Image von Bedeutung, sondern bietet auch für die Profilierung der Region insgesamt eine Reihe von interessanten Alleinstellungsmerkmalen. Die Zukunftsinitiative altmühlfranken ist an einem breiten Dialog zur Inwertsetzung des Potenzials interessiert, das sich aus dieser Zeitepoche ergibt und anbietet. Bisherige Aktionen, wie „Am Limes grenzenlos“ zum Welterbetag haben unter anderem deutlich gemacht, dass hier eine bessere Koordinierung und Abstimmung im Vorfeld erforderlich ist, um auch tatsächlich die gewünschte Breitenwirkung zu erzielen. Denn was nutzen weltweit einmalige Zeugnisse aus der Römerzeit, wenn sie unsichtbar sind bzw. durch Aktionen nicht mit spannendem Leben erfüllt werden können? „Man schützt nur was man schätzt und man schätzt nur, was man auch kennt“, brachte Landrats-Stellvertreter Westphal dies als eine der Zielsetzungen auf den Punkt.

Veranstaltungskalender für 2012
Um es nicht bei theoretischen Ankündigungen zu belassen, wurden die Akteure der Region bereits zu einem ersten „Römer-Limes-Dialog“ eingeladen, denn der Welterbetag 2012 erfordert schon jetzt Vorplanungen und ein erstmals für 2012 geplanter thematischer Veranstaltungskalender – den es zum Römer-Limes-Thema für die Region bisher auch nicht gab – bedarf ebenfalls eines gebührenden zeitlichen Vorlaufs.
Die zahlreichen Ideen und Anregungen aus dem Investitionsteil des Entwicklungskonzeptes können natürlich nur umgesetzt werden, wenn es dafür auch jeweils Projektträger gibt, wenn dafür die erforderlichen Finanzierungen abgeklärt werden können und wenn eine längerfristige Betreuung bzw. Unterhaltung gewährleistet werden kann. Hier kann und wird die Zukunftsinitiative Hilfestellung bieten und vor allem bemüht sein, dass dieses „Touristische Entwicklungskonzept“ einen Schwerpunkt in dem vorgesehenen Antrag spielen wird, welchen der Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen für das LEADER-Folgeprogramm von 2013 bis 2020 plant. Die dazu erforderlichen Weichenstellungen werden jetzt – mit dieser und anderen Konzeptionen - vorbereitet und dann im kommenden Jahr entsprechend gebündelt und im Rahmen des dazu anstehenden Wettbewerbs eingebracht.
Im Zuge der weiteren Diskussionen wurde und wird auch eine Abstimmung mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege vorgenommen, um auch dem Schutzerfordernis dieses Bodendenkmals umfassend Rechnung tragen zu können und die regionalen bzw. lokalen Überlegungen mit den nationalen bzw. internationalen Zielsetzungen abzustimmen.
Aus der Fülle der in der vorliegenden Konzeptionsfassung genannten Anregungen und Projektideen sind hier auszugsweise einige wenige aufgeführt. Der komplette Konzeptionstext steht rechts zum Download zur Verfügung.


